Bachelorarbeit - Bundesdossier als Ontologie
Konzeption und Implementierung einer Ontologie (OWL) zur flexiblen, prozessunabhängigen Dokumentennavigation (GEVER).
Technische Herausforderungen
- Abbildung von GEVER-Aktenplänen nach dem St. Galler Management-Modell in OWL
- Überwindung starrer, kernprozessorientierter Ordnerstrukturen für Support-Rollen
- Integration semantischer Regelwerke (Rulebases) in Oracle Semantic Technologies
- Entwurf benutzerspezifischer, dynamischer Sichten (UserViews) auf Dokumente
Lösungen
Ich entwickelte eine Ontologie in OWL und SPARQL-Abfragen, die Dokumente flexibel mit verschiedenen Prozessen verknüpfen. Mit einer Oracle-basierten Rulebase wurden Navigationshierarchien dynamisch und ohne Strukturänderung abgeleitet.
Ergebnisse
- Erfolgreiche Modellierung des GEVER-Standards als erweiterbare Ontologie
- Realisierung benutzerspezifischer Sichten (UserViews) losgelöst von starren Aktenplänen
- Entwicklung von Inferenzregeln (hasRubrikDeclaration) für automatische Klassifizierung
- Direkte Übernahme der semantischen Konzepte in die Produktentwicklung der i-engineers AG
Meine Bachelorarbeit an der FHNW befasste sich mit der Frage, wie die klassische, hierarchische Dokumentenablage in der öffentlichen Verwaltung (GEVER) durch semantische Vernetzung flexibler und benutzerfreundlicher gestaltet werden kann.
Forschungsinhalt
In Zusammenarbeit mit der i-engineers AG untersuchte ich den Einsatz von Semantic Web Standards wie RDF und OWL2. Kern des Projekts war die Modellierung eines armasuisse-Aktenplans. Dieser war nach dem St. Galler Management-Modell strukturiert, was für Benutzer in Management- oder Unterstützungsprozessen zu erheblichen Navigationsproblemen führte, da sie Dokumente aus verschiedenen Kernprozessen manuell zusammentragen mussten.
Umsetzung
Unter Verwendung von Protégé und Oracle Semantic Technologies entwarf ich eine Ontologie, welche die GEVER-Struktur abstrahiert. Durch den
Einsatz von Inferenzregeln (hasRubrikDeclaration) und SPARQL-Abfragen konnten Dokumente prozessunabhängig assoziiert werden. Dies ermöglichte
es Benutzern, eigene, massgeschneiderte Navigationshierarchien (UserView) zu erstellen, ohne den eigentlichen Aktenplan physisch zu verändern.
Ergebnis
Die Arbeit bewies die Praxistauglichkeit semantischer Technologien zur Verbesserung der Usability in Dokumentenmanagementsystemen. Die Entwicklungen flossen direkt in die Weiterentwicklung der Softwareprodukte der i-engineers AG ein.